Kraftstoffsorten in Deutschland – welche passt in welches Fahrzeug?
E5, E10, Super Plus, Diesel, HVO100, AdBlue: An der Zapfsäule stehen mehr Bezeichnungen als früher, und nicht jede passt in jedes Fahrzeug. Diese Übersicht sagt Ihnen, was hinter den Kürzeln steckt — und was zu tun ist, wenn Sie danebengegriffen haben.
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Die Kennzeichnung an der Zapfsäule
Seit Oktober 2018 sind die Kennzeichen europaweit einheitlich, festgelegt in der EU-Richtlinie 2014/94. Sie stehen auf der Zapfpistole, an der Säule und seit 2019 auch in der Tankklappe neuer Fahrzeuge.
Die Form verrät die Kraftstoffgruppe:
- Kreis — Ottokraftstoff, also Benzin
- Quadrat — Dieselkraftstoff
- Raute — gasförmige Kraftstoffe wie Erdgas oder Autogas
Die Zahl im Zeichen nennt den Anteil erneuerbarer Bestandteile: E5 bedeutet bis zu fünf Prozent Ethanol, E10 bis zu zehn. B7 steht für bis zu sieben Prozent Biodiesel im Dieselkraftstoff.
Die Handelsnamen — Super, Super Plus, V-Power, Ultimate — sagen dagegen nichts Verbindliches. Sie sind Marketingbezeichnungen der Mineralölkonzerne. Verlassen Sie sich auf das genormte Zeichen.
Benzinsorten
Super E10 — 95 Oktan
Der meistverkaufte Kraftstoff in Deutschland, mit bis zu zehn Prozent Ethanol. Praktisch alle Fahrzeuge ab Baujahr 2000 sind freigegeben, viele auch ältere.
Ob Ihres dazugehört, steht in der Bedienungsanleitung, oft auch als Aufkleber in der Tankklappe. Die Deutsche Automobil Treuhand führt eine Liste der freigegebenen Modelle.
Super E5 — 95 Oktan
Derselbe Oktanwert, aber höchstens fünf Prozent Ethanol. Für Fahrzeuge ohne E10-Freigabe die richtige Wahl. An vielen Tankstellen inzwischen nur noch als Super Plus erhältlich.
Super Plus — 98 Oktan
Höhere Klopffestigkeit. Manche Motoren, vor allem leistungsstarke, schreiben ihn vor. Für alle anderen bringt er wenig außer höheren Kosten.
Wichtig: Super Plus enthält in Deutschland in der Regel höchstens fünf Prozent Ethanol und ist damit auch für Fahrzeuge ohne E10-Freigabe geeignet.
Normalbenzin — 91 Oktan
An vielen Tankstellen nicht mehr im Angebot. Für Motoren, die 95 Oktan verlangen, ist er zu niedrig klopffest — moderne Fahrzeuge fangen das über den Klopfsensor ab, ältere nicht.
Marken-Kraftstoffe
V-Power, Ultimate, Excellium und ähnliche sind meist Super Plus mit zusätzlichen Additiven. Der Oktanwert entspricht dem, was auf dem genormten Zeichen steht. Wer Super Plus tanken darf, darf auch diese tanken.
Dieselsorten
Diesel B7
Der Standarddiesel mit bis zu sieben Prozent Biodiesel. Für alle Dieselfahrzeuge geeignet.
Diesel B10 und XTL
B10 enthält bis zu zehn Prozent Biodiesel und ist nicht für alle Fahrzeuge freigegeben. In Deutschland selten anzutreffen.
XTL kennzeichnet synthetische oder paraffinische Dieselkraftstoffe nach DIN EN 15940 — darunter fällt auch HVO.
HVO100
Seit Mai 2024 in Deutschland an öffentlichen Tankstellen zugelassen. Hydriertes Pflanzenöl, chemisch dem Diesel sehr ähnlich, aber ohne fossilen Ursprung.
Nicht jedes Dieselfahrzeug ist freigegeben. Die Freigabe steht in der Bedienungsanleitung; viele Hersteller haben sie nachträglich erteilt. An der Säule trägt HVO100 das Zeichen XTL im Quadrat.
Winterdiesel
Kein eigener Kraftstoff, sondern dieselbe Sorte mit anderen Additiven gegen das Ausflocken von Paraffin bei Kälte. Von Mitte November bis Ende Februar liefern die Tankstellen automatisch die Winterqualität.
AdBlue — kein Kraftstoff
AdBlue wird oft für einen Kraftstoff gehalten, ist aber keiner. Es besteht zu 32,5 Prozent aus Harnstoff und zu 67,5 Prozent aus demineralisiertem Wasser, genormt als AUS 32 nach ISO 22241.
Seine Aufgabe liegt im Abgasstrang: Im SCR-Katalysator wandelt es Stickoxide in Stickstoff und Wasserdampf um. Mit der Verbrennung hat es nichts zu tun.
Deshalb hat AdBlue einen eigenen Behälter mit blauem Deckel, meist direkt neben dem Dieselstutzen unter derselben Tankklappe. Der Einfüllstutzen ist enger.
An der Zapfsäule trägt AdBlue ein Sechseck. Es ist damit keiner der drei Kraftstoffgruppen zugeordnet — weil es keine ist.
Gasförmige Kraftstoffe
LPG — Autogas
Flüssiggas, an der Säule mit einer Raute und der Kennung LPG gekennzeichnet. Nur für entsprechend umgerüstete oder ab Werk ausgerüstete Fahrzeuge.
CNG — Erdgas
Komprimiertes Erdgas, Kennung CNG. Ebenfalls nur für dafür gebaute Fahrzeuge.
Bei beiden ist eine Verwechslung praktisch ausgeschlossen: Die Anschlüsse sind mechanisch anders und lassen sich nicht auf einen Benzin- oder Dieselstutzen setzen.
Häufige Fragen zu Kraftstoffsorten
Was bedeutet die Zahl bei E5 und E10?
Den maximalen Anteil Ethanol in Prozent. E10 enthält bis zu zehn Prozent, E5 bis zu fünf. Der Oktanwert ist bei beiden 95 — der Unterschied liegt nur im Ethanolgehalt.
Ist Super Plus besser für den Motor?
Nur, wenn der Hersteller ihn vorschreibt. Ein Motor, der für 95 Oktan gebaut ist, hat von 98 Oktan keinen Vorteil. Sie zahlen mehr, ohne etwas zu gewinnen.
Darf ich E5 und E10 mischen?
Ja, sofern Ihr Fahrzeug für E10 freigegeben ist. Dann spielt es keine Rolle, was vorher im Tank war.
Woher weiß ich, ob mein Auto E10 verträgt?
Aufkleber in der Tankklappe, Bedienungsanleitung, oder die Liste der Deutschen Automobil Treuhand. Bei Fahrzeugen ab Baujahr 2011 ist die Freigabe die Regel.
Kann ich HVO100 statt Diesel tanken?
Nur mit Herstellerfreigabe. Sie steht in der Bedienungsanleitung. Viele Hersteller haben sie nachträglich erteilt, aber nicht alle.
Was ist der Unterschied zwischen Diesel und AdBlue?
AdBlue ist überhaupt kein Kraftstoff, sondern eine Harnstofflösung für den Abgasstrang. Sie hat einen eigenen Behälter mit blauem Deckel.
Warum gibt es an manchen Tankstellen kein Super E5 mehr?
Weil E10 den größten Teil des Absatzes ausmacht und die Betreiber Zapfsäulen einsparen. Für Fahrzeuge ohne E10-Freigabe bleibt dann Super Plus.
Ich habe die falsche Sorte getankt – was jetzt?
Das hängt davon ab, was verwechselt wurde. Bei Normal statt Super meist gar nichts. Bei Benzin im Diesel: Motor nicht starten und anrufen. Die passende Seite finden Sie unten.
Wir helfen bei jeder Fehlbetankung
Motor nicht starten, anrufen. Die Beratung am Telefon kostet nichts — und bei manchen Verwechslungen ist gar kein Einsatz nötig.
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AdBlue statt Diesel getankt
AdBlue ist schwerer als Diesel und sinkt genau dorthin, wo die Kraftstoffpumpe ansaugt.
Was jetzt zu tun ist → -
Benzin statt Diesel getankt
Der häufigste Fall. Benzin nimmt dem Diesel die Schmierfähigkeit – die Hochdruckpumpe läuft trocken.
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Diesel statt Benzin getankt
Der Motor läuft mit dem Restbenzin noch kurz und geht dann aus. Zündung aus lassen.
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Wenn die falsche Sorte im Tank ist
Die häufigsten Verwechslungen: Benzin statt Diesel, Diesel statt Benzin und AdBlue statt Diesel.
Meist harmlos sind E10 statt E5 und Normal statt Super.
Woran Sie merken, was passiert ist: Symptome.